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Warten auf die Doku-Crew "The Milky Way"

 

Am Samstag laden die Macher von "The Milky Way" auf dem Stillkongress zur Deutschland-Premiere. Wir sprachen vorab mit Katrin Bautsch, Stillexpertin und Beraterin des Filmteams.

 

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Warum braucht man dazu einen Film?

Katrin Bautsch: Zur Aufklärung der Bevölkerung und zur Aufklärung des Fachpersonals. Wir sind durch die Industrie ein Stück weit abgerückt von der Natürlichkeit des Stillens. Auch von Fachleuten wird oft gesagt: Gib doch einfach die Flasche! Ich bin froh, dass wir gute Nahrung zur Verfügung haben und dass Kinder gut ernährt werden, auch wenn Frauen sich gegen das Stillen entscheiden. Jedoch wird zu locker damit umgegangen. Den Frauen wird häufig vom Stillen abgeraten. Der Film soll hier aufklären.

Welche Aspekte thematisiert der Film?

Katrin Bautsch: Der Film behandelt das Thema Bindung, jedoch auch Verunsicherung durch Werbung und die Wichtigkeit der Muttermilchernährung. Wir wissen, dass gestillte Kinder weniger Stoffwechsel- und Leukämieerkrankungen im frühkindlichen Alter haben. Die Muttermilch-Fraktion ist medizinisch gerechtfertigt.

Der Film wurde in Amerika, Stockholm und Berlin gedreht. Wie kommt es zu diesen drei unterschiedlichen Drehorten?

Katrin Bautsch: Die zwei Frauen, die das initiiert haben, sind selbst Kranken- und Kinderkrankenschwestern und wollten mit Hilfe des Films eine breitere Masse erreichen, insbesondere in den USA. Durch Zufall lernte ich eine der Regisseure kennen, die mich in Berlin besuchte und so wuchs das Projekt. Man schaute nach Europa. Was machen die Europäer anders als die Amerikaner. Von Berlin ausgehend wurde dann untersucht, was die Schweden anders machen als die Deutschen. Die Idee war, alles zusammenzuführen und die unterschiedliche Vorgehensweise bei der Still- und Bindungsförderung in den Ländern zu zeigen.

Was sind die größten Unterschiede?

Katrin Bautsch: Der größte Unterschied ist, dass die USA zu einem der wenigen Staaten weltweit gehören, die noch Proben an Mütter auf den Wochenbettstationen verteilen. Das ist in vielen europäischen Ländern untersagt, um Mütter nicht zu verunsichern. In den USA gibt es zudem keine Neonatologie, in der Mutter und Kind gemeinsam im Krankenhaus zusammenbleiben können. Die Schweden haben das Konzept des Rooming-In schon deutlich länger. Dort gibt es grundsätzlich auf der Neonatologie Rooming-In-Möglichkeiten. In dem Film wird das in den Vergleich gestellt. Selbst in Deutschland ist das Konzept noch nicht etabliert.

Gibt es Studien darüber, was das Rooming-In bringt?

Katrin Bautsch: Ja, insbesondere aus Schweden. Dort können die Kinder deutlich früher entlassen werden und haben weniger Infektionen und Komplikationen.

 

Hier geht es zum Trailer von "The Milky Way"…